Adoption - Die andere Art, Kinder zu bekommen - Teil 2

Im ersten Teil von „Adoption – Die andere Art, Kinder zu bekommen“ wurden die Fragen nach der Motivation für eine Adoption geprüft.

 

Aber wie verläuft eine Adoption überhaupt?

Der erste Weg führt zur zuständigen Behörde, in Halle also zum Amt für Kinder, Jugend und Familie. Hier wurden im vorigen Jahr (2003, Anm. d. Red.) 17 Adoptionen erfolgreich abgeschlossen – das hört sich zwar wenig an, ist aber, am Bundesdurchschnitt gemessen, viel. Die Abteilung Adoption und Pflegekindervermittlung bietet Info – Runden zur Erstinformation für interessierte Eltern an. Danach erfolgt eine gründliche Einzelprüfung des Bewerberpaares.
Jetzt werden sich zwar manche Eltern fragen: „Warum können natürliche Eltern ihne jegliche Überprüfung Kinder bekommen – Adoptiveltern dagegen müssen sich einem langwierigen Bewerbungsverfahren unterziehen?“ Das geschieht nicht aus Schikane, sondern damit soll, im Interesse des Kindes, die Eignung der Bewerber geprüft werden und das ist natürlich notwenig.
Die „Eignungsprüfung“ besteht aus mehreren Gesprächen, die mit dem Bewerberpaar gefürht werden. Dabei wird über die eigene Familie, die Herkunft, die Beweggründe für eine Adoption und vieles mehr gesprochen. Außerdem gehören Hausbesuche dazu, um das Umfeld kennen zu lernen.
Wichtig für die Entscheidung ist es auch, zu wissen, dass es verschiedene Formen der Adoption gibt:
Bei der Inkognito – Adoption kommt es zu keinerlei Verbindungen zwischen alter und neuer Familie. Nachforschungen sind erst möglich, wenn der Wunsch vom 18-jährigen Kind selbst ausgeht. 16-jährige können nur mit Zustimmung der Adoptiveltern solche Nachforschungen anstellen. Es ist aber trotzdem äußerst wichtig für die seelische Entwicklung des Kindes, dass es darüber informiert ist, adoptiert zu sein.
Bei der so genannten halboffenen Adoption kann der Kontakt zwischen leiblichen Eltern und Kind mittels Briefen und Fotos über das Jugendamt aufrechterhalten werden.
Im Fall der offenen Adoption lernen sich leibliche Eltern und Adoptiveltern kennen und halten auch dauerhaft Kontakt. Oftmals handelt es sich um Adoptionen innerhalb der Familie oder unter Freunden.
Auslandsadoption ist die Adoption eines Kindes aus dem Ausland, meist über ausländische Organisationen, Vereine oder anerkannte private Vermittlungsstellen.
Die Stiefkindadoption ist die häufigste Art der Adoption. Dabei ist der Annehmende mit einem Elternteil des angenommenen Kindes verheiratet. Hier gilt ein vereinfachtes Verfahren. Nach Einwilligung in die Adoption durch den leiblichen Elternteil beim Notar spricht das Vormundschaftsgericht die Adoption aus. Ab deinem Alter von 14 Jahren ist auch die Einwilligung des Kindes notwenig. Wegen evtl. auftretender Erbschaftsprobleme müssen auch bereits erwachsene Kinder des Adoptionsbewerbers einwilligen.
Egal, für welche Variante sie sich entscheiden: Die Wartezeit beträgt maximal 2 Jahre und ist abhängig vom Alter des Kindes und von der Herkunftsfamilie.
Und bei allen Adoptionen gilt der Grundsatz:
„Es werden die passenden Eltern für ein Kind gesucht, NICHT umgekehrt“

 

Im dritten Teil des Adoptionsartikels wird neben der Identitätsfrage auch ein wenig Gesellschaftskritik geübt.

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ARTIKEL-INFO
Autor: Dagg
publizierte am 21.10.2007
den Artikel: Adoption - Die andere Art, Kinder zu bekommen - Teil 2
zum Thema: Familie & Kinder
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