Im ersten Teil über die Hallorenfabrik wurde kurz die Herkunft der Trinkschokolade angeschnitten und die Geschichte der ältesten noch existierenden Schokoladenfabrik Deutschlands aufgezeigt. Hier nun geht der Genuss weiter..
Nach der Wende kam es zu großen finanziellen Problemen in der Fabrik.
Zum Glück fand sich ein Käufer für die traditionsreiche Firma und die beliebten Hallorenkugeln sowie die anderen Leckereien konnten weiter hergestellt und mit wachsendem Erfolg verkauft werden.
Heute kann man im historischen Fabrikgebäude in der Delitzscher Straße nicht nur das Schokoladenmuseum besuchen und an Ort und Stelle einkaufen, sondern in der „Schauproduktion“ hautnah bei der Herstellung der Pralinen aus dem Hause „Halloren“ dabei sein.
Nachdem uns Herr Müller dies alles erzählt hatte, wurden wir natürlich neugierig. Wie sieht es denn heute in einer Schokoladenfabrik aus? Um diese Frage zu beantworten, mussten wir uns zuerst – umziehen!
Ja, weiße Kittel und „schicke“ weiße Häubchen sind für jeden Mitarbeiter und jeden Besucher Pflicht, auch für uns. Nachdem wir, die Hygienevorschriften einhaltend, mit Häubchen und Kittel ausstaffiert waren, schauten wir uns zuerst einmal die Produktion der „Original Hallorenkugel“ an.
Das Fabrikgebäude ist groß, und überall stehen Maschinen – die Produktion erfolgt vollautomatisch, vom Vermischen der Zutaten bis zur Verpackung. 45 Minuten dauert die Entstehung einer Hallorenkugel und täglich werden 11 Tonnen davon produziert – das sind 1.100.000 Kugel! Wir sind beeindruckt.
Das Rezept ist seit der Erfindung der berühmten Praline unverändert: Fondant, Sahne, Butter und Kakao. Da heute bessere Rohstoffe verwendet werden als früher, schmeckt die Hallorenkugel jetzt natürlich auch ein bisschen besser!
Als nächstes sehen wir uns in der so genannten „Confiserie – Abteilung“ um. Dort werden Pralinen komplett in Handarbeit hergestellt. Wir schauen den Halloren – Mitarbeitern beim Rühren, Formen und Verzieren über die Schultern – hier sind Künstler am Werk! Auch die Werkzeuge für die Pralinenherstellung haben sich seit 100 Jahren nicht verändert. Es sieht sehr aufwändig aus und jetzt wissen wir auch, warum manche Pralinen etwas teurer sind.
Allmählich haben wir natürlich Appetit bekommen – kein Wunder, umgeben von so viel Schokolade ist das unvermeidlich! Wir essen noch warme Trüffelpralinés und sind begeistert.
Als Letztes hat es uns natürlich interessiert, ob Herr Müller und die anderen Mitarbeiter selbst überhaupt noch gerne Schokolade essen. Er verrät uns, dass alle Mitarbeiter nach wie vor gerne naschen und das auch hier der Favorit – natürlich – die „Hallorenkugel“ ist. |